Endlich 12- Stunden- Arbeitstage!

Wie geht es uns allen gut?

Meine lieben LeserInnen,

eins vorweg, ich politisiere nie, weil ich das, was uns da vorgegaukelt wird längst nicht mehr ernst nehme. Ich empfinde Politik als etwas, das einerseits Plattform für selbstdarstellerische Machtgeile ist, die früher oder später auch zu Marionetten und Spielbällen werden, und andererseits- und jetzt bitte unbedingt aufmerksam mitlesen- ist Politik für mich etwas, das uns Menschen ablenken soll, ruhig stellen soll und uns das Gefühl geben soll, dass „man“ da oben versucht die Dinge in die richtigen Bahnen zu lenken. Im Grunde verschwenden wir kostbare Lebenszeit, wenn wir uns politische Diskussionen ansehen oder Zeitungsartikel dazu lesen oder sogar dann mit Freunden, Familie, Arbeitskollegen und Bekannten immer wieder über die selben, nicht unmittelbar beeinflussbaren Themen jammern, schimpfen und uns ärgern. Vielleicht tut ihr das gerade bezüglich der neuesten Entwicklungen zum Topic 12 Stunden arbeiten.

Ich rate euch, nutzt eure Zeit für das, wofür ihr wirklich hier seid auf diesem Planeten- findet heraus, was eure Berufung ist, was eure Seele nährt und arbeitet an euren Träumen, kreiert euch ein Leben, so wie ihr es euch wünscht, umgebt euch mit inspirierenden Menschen, die genau das gleiche tun und legt euren Fokus auf die Dinge, die ihr bewusst steuern und zum Positiven drehen könnt.

Endlich da, der 12 – Stunden- Tag

Gestern habe ich jedoch wirklich selbst ein wenig Zeit damit verbracht, ernsthaft und tiefgründig darüber nachzudenken, was das soll:

Video der WKO zum 12- Stunden- Arbeitstag

Und ich habe mich aufgeregt. Aber nur kurz, weil ich es nicht ändern kann und weil ich von einer lieben Freundin darauf aufmerksam gemacht wurde, dass die Mehrheit dagegen ist. Sie meinte „es besteht noch ein Funken Hoffnung“.

Die versuchte Verniedlichung der Thematik schwächt für mich die deutliche Verblendung der arbeitenden Bevölkerung keineswegs ab und für mich ist die Tatsache, dass wir überhaupt über so eine neue Regelung nachdenken, egal ob sie nun durchgesetzt wird oder nicht, ein erschütterndes Zeichen dafür, dass in dieser Gesellschaft alles mit Vollgas gegen die Wand gefahren wird- und mit alles meine ich alles, das Leben jedes einzelnen, der nicht aus diesem System ausbricht.

Ich habe jahrzehntelange Erfahrung in der Arbeitswelt gesammelt und diese Entwicklung mit Schrecken beobachtet: Immer mehr Arbeit, mehr Druck, mehr Stress bei immer gleichbleibender oder tendenziell sinkender Mitarbeiterzahl. Das was früher 6 KollegInnen an Leistung erbracht haben, erbringen heute 3 und bekommen noch ein paar neue Projekte on top dazu. Yeah! Und diese Menschen sind bestimmt irrsinnig dankbar dafür, dass sie bald ganz legal 12 Stunden am Tag arbeiten dürfen, um den Anforderungen auch nur irgendwie gerecht zu werden.

Die nackte Wahrheit

Fakt ist, dass ich in meinem engsten Umfeld Menschen habe, die das oben Beschriebene nicht erst in einem oder zwei Unternehmen erlebt haben. Auch ich habe es erlebt. Es ist gängige Praxis. Und die nackte Wahrheit ist: Die schönen zusätzlichen Stunden die man sammelt können meist kaum abgebaut werden, 280 Überstunden am Pluskonto, obwohl schon 2 Wochen Urlaub aus Überstunden konsumiert wurden- das ist keine Seltenheit und die nackte Wahrheit ist:

Es ist meist nie wirklich Zeit und Gelegenheit um Urlaub zu nehmen und die Überstunden abzubauen. Schon den Grundurlaubsanspruch zu nutzen treibt vielen den Schweiß auf die Stirn, weil sie davor dann tagelang hetzen und schuften, um danach ein paar Tage nicht arbeiten zu können, und dann holt einen alles ein, wochenlanges Ab- und Aufarbeiten unter Druck folgt der Urlaubswoche. Total angenehm und extrem förderlich was Erholungsphasen angeht ;(

Burnout versus 12- Stunden – Arbeitstage

Immer noch wird gerne so getan, als sei Burnout ein Problem weniger einzelner, für diese Gesellschaft einfach zu Schwachen oder zu Faulen. Eine Modeerscheinung, weil die Menschheit verweichlicht. Genau!

Ich habe viele engagierte, wunderbare Menschen in ein Burnout, in eine Depression oder andere Erschöpfungszustände rutschen gesehen, ich habe gesehen wie Firmen damit nicht umgehen, ihre Mitarbeiter nicht unterstützen und sich sogar nach wenigen Monaten von ihnen trennen- angedacht wird das ohnehin meist, es ist eine simple Kosten- Nutzen- Rechnung. Vorgeschoben werden private Herausforderungen oder eben, dass die Leute einfach nicht mehr arbeiten wollen und sich den Krankenstand vielleicht sogar erschleichen, um der Firma zu schaden. Alles gesehen, alles erlebt und da hab ich wirklich keine Illusionen mehr, auch wenn es sie noch geben mag, die Betriebe in denen Menschen noch wertgeschätzt werden. Es sind nämlich meist die, die viele Jahre über ihre Grenzen gegangen sind, ihr Leben einem Unternehmen gewidmet haben, sich in ihrem Ehrgeiz und Perfektionismus verloren und ihre Gesundheit dabei aufgegeben haben. Ja, genau so ist es. Und jetzt frage ich mich, wie geht das zusammen? Welcher Mensch kann erstens 12 Stunden lang durchgängig Leistung erbringen? Welchem Menschen tut das gut? Es wird nur von „Spitzen“ und kurzen Phasen geredet, klar- aber selbst wenn es sich nur um einzelne lange Tage handelt, schaffen wir es dann einfach nicht mehr, unserem Körper die Erholung zu geben, die er braucht. Darauf bin ich in diesem Beitrag näher eingegangen: 100 Minuten Ruhe

Kurz gesagt: Das Letzte was wir brauchen ist die Erlaubnis 12 Stunden an einem Tag arbeiten zu dürfen! Längst ist durch diverse Studien bekannt, dass es effektiver und langfristig für alle Beteiligten besser ist, die Wochenarbeitszeit einzukürzen. Aber wen interessiert das schon? Da könnte es Werner, Erna und Co wirklich gut gehen. Und ich habe den Eindruck, dass niemand da oben wirklich daran interessiert ist, dass es uns Menschen gut geht. Was wäre da denn alles möglich?

Was brauchen wir also?

Tja, ich sage euch was wir meiner Meinung nach brauchen, damit es uns gut geht. Das bedingungslose Grundeinkommen. Eine Basis, eine Grundlage für jeden Menschen, um unabhängig von Leistungsdruck, Bildungsniveau und jenseits jeglicher Bewertungen Wertschätzung und Möglichkeiten zu kreieren. Einer der Glaubenssätze, die bei ganz vielen Coachees auftauchen ist: „Ich bin nicht gut genug“. Wir lernen von Beginn an, dass wir was leisten müssen und einem gewissen Bild entsprechen müssen.

Und ein Glaubenssatz der auch in vielen von uns tief sitzt ist: Geld verdienen ist schwer, ist harte Arbeit und darf keinen Spaß machen. Ich glaube an die Macht unseres Unterbewusstseins und an die Macht unserer Gedanken und unseres Mindsets. Und erst gestern wieder fand ich den Impuls: „Geld folgt der Freude“ passend.

Somit komme ich wieder zu den Zeilen am Beginn dieses Beitrags. Fokussiert euch auf die Dinge, die euch nähren und voranbringen, zum Beispiel auf das Auflösen hartnäckiger, begrenzender Glaubenssätze und auf das Kreieren eures Lebensgenuss- Mensch- Daseins!

 

Alles Liebe und passt auf euch auf,

 

Claudia

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